Presse

WIENERIN Ausgabe Mai 06, Heft Nr. 200   


Heikle Gespräche
(Auszug aus einem Interview mit Mag. Brigitta Prochazka, Text: Heike Kossdorff)
 

ATEMÜBUNG

Ausgangsposition ist die Schrittstellung, ein Bein steht also vor dem anderen. Pendeln Sie nun mehrmals mit dem ganzen Körpergewicht zuerst auf das vordere und dann wieder auf das hintere Bein.

Prochazka rät: „Locker bleiben. Arme, Kopf und Schultern nicht festhalten, so atmet man beim Vorgehen automatisch aus." Und beim Zurückgehen auf das hintere Bein fließt ganz von selber Luft in den Körper.

Tipp: Das Tempo bestimmt nicht der Kopf, sondern die Atmung. Pendeln Sie also so lange nach vorne, bis Sie komplett ausgeatmet haben. Der Effekt: Innere Ruhe, die bleibt. Versprochen.

 

WAHRNEHMUNGSÜBUNG

Beobachten Sie in der U-Bahn oder im Bus die Mitfahrenden genau und stellen Sie sich dabei viele Fragen, etwa: „Wie geht's dem jetzt gerade?", „Was denkt der im Moment, was macht derjenige beruflich, wohin ist er wohl unterwegs?"

Brigitte Prochazka: „Wichtig am Wahrnehmungstraining ist der Spaß am Beobachten und nicht unbedingt das Ziel, die richtigen Antworten zu finden."

 

ENTSPANNUNGSÜBUNG

Basiert auf dem Prinzip „Anspannung - Entspannung" nach Jacobson. Setzen Sie sich auf einen Sessel, lassen Sie die Arme links und rechts vom Stuhl hängen. Mit der rechten Hand eine Faust machen und alle Muskeln des rechten Armes anspannen. Diese Position circa sechs Sekunden halten - kurze Pause und das Ganze dreimal wiederholen. Dann alles noch einmal mit dem linken Arm.

Coach Brigitte Prochazka: „Nach dieser Übung hängen die Arme schwer und entspannt herunter, man ist in der Balance, mittig und konzentriert bei sich."

ATMUNGSAKTIV

Es kommt nicht immer darauf an, was Sie sagen. Sondern wie Sie atmen. Mit der richtigen Technik meistern Sie jedes unangenehme Gespräch. Plus: Insider-Tipps aus der Körpersprache für heikle Momente.

Vergessen Sie Schmierzettel mit "Ich würde gern..." - Anfangsphrasen für ein heikles Gespräch. Diese Tricks kennt jeder. Den Atemtrick, genauer: aufs Atmen nicht zu vergessen, nicht. Und das ist im Hinblick auf unangenehme Gespräche viel wertvoller, weil zielbringender.

Klar, werden Sie jetzt sagen: Ich fall nicht gleich tot um, Atmen funktioniert schließlich automatisch. Die Krux ist nur: Es funktioniert automatisch falsch, sobald der Körper in Aufregung ist. Und heikle Gespräche versetzen Ihr System immer in „Alarmbereitschaft". Der Atem geht schnell und flach, statt der üblichen 500 Milliliter Sauerstoff pro Atemzug durchströmen uns plötzlich nur noch 200 Milliliter. Oder weniger, wenn Sie gar die Luft anhalten und mit stockendem Atem kämpfen. Derart am Luft-Limit kann niemand souverän auf Vorwürfe reagieren bzw. dem Gegenüber heikle Botschaften vermitteln. Darum erinnern Sie sich vor jedem heiklen Gespräch daran, erst einmal auszuatmen. „Das bringt sofortige Entspannung", weiß Brigitte Prochazka, Expertin für Sprechtechnik und Körpersprache. Atmen Sie bewusst in einem Dreier-Rhythmus und bleiben Sie im Takt: „Sagen Sie laut: ,Ich atme ein, ich atme aus, ich mache eine Pause.'" Ein langes Pffffh, Muskeln locker lassen, auf in den Kampf.

DER PERFEKTE KÖRPEREINSATZ. Ist fast ebenso wichtig wie das richtige „Ein ... Aus". Was sofort Sicherheit verleiht? „Erden" Sie sich, stellen Sie mit beiden Füßen Bodenkontakt her, egal, ob Sie im Stehen oder im Sitzen reden. Tipp 2: „Niemals face to face aufstellen oder hinsetzen", rät Prochazka. „Das gilt unbewusst als Kampfstellung." Besser: Den Winkel zum anderen öffnen. Und: Kommt Ihr Gegenüber in Fahrt, beginnt zu gestikulieren oder gar zu schreien, lehnen Sie sich leicht zurück, überlassen Sie ihm den Raum. Blickkontakt aber beibehalten.

WICHTIGE ARGUMENTE? Mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper und weichen, offenen Gesten (nach oben geöffnete Handflächen!) vorbringen. Hintergrund: Zeigt man seine verletzliche Handinnenseite, signalisiert das, dass man nichts in der Hand hält. Das schafft Vertrauen.

BARRIEREN LOCKERN. Ist das Gespräch festgefahren, muss Bewegung rein. Prochazka: „Sitzen bleiben und sich bös anschauen bringt wenig. Besser ist, dem anderen etwas zu reichen, eine Kaffeetasse, einen Prospekt. Oder man fordert ihn zum Aufstehen auf, um sich etwas anzusehen." Durch die körperliche Bewegung, kommt auch das Hirn in Schwung.

GEGENÜBER INTERPRETIEREN. Nehmen Sie sich ein paar Sekunden, analysieren Sie die Körperhaltung (z.B. Schultern, verschränkte Beine) und den Blick des anderen. Zeigt jemand eine durch und durch abwehrende Haltung, können Sie sich sparen, Ihre Argumente noch ein drittes Mal vorzutragen. Die Botschaft kommt jetzt ohnehin nicht an.


LIVE - Medium für den Verkauf der Postversicherung A.G.   

Mit Ihrer Stimme zum Erfolg ...
(Bericht über ein Seminar mit Mag. Brigitta Prochazka, Text: Dkfm. Josef Redl)

... war für eine erlesene Schar von Kolleginnen und Kollegen Ende Oktober ein hoch interessantes Thema.

Und welche Erwartungen immer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieses neue Wochenendseminar der Postversicherung auch hatten, sie wurden keineswegs enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Der fast nicht enden wollende Applaus am Ende des zweiten Tages hat gezeigt, dass unsere Stimmtrainerin Brigitta Prochazka, Schauspielerin und Regisseurin, in der relativ kurzen zur Verfügung stehenden Zeit ganze Arbeit geleistet hatte.

Weil einfach von entspannenden Atemübungen, der richtigen Artikulation etc. bis zur freien Rede und zum Radiosprecher-Test (wer weiß, welche Karrieren wir alle noch machen!) alles drinnen war und Brigitta Prochazka dies alles kompetent, überzeugend und charmant vermittelt hat. Ein mehr als gelungener Test auf jeden Fall, der in manchen sogar den Wunsch geweckt hat, seine (Gesangs-) Stimme professionell ausbilden zu lassen ... Was will man als Veranstalter (und Präsentator einiger wundervoller Beispiele für den besonders gelungenen Gebrauch der Stimme vom Jazz bis zur Oper) da noch mehr? Gar nichts, weil ohnehin alles super gepasst hat! Jetzt liegt's also nur mehr an den Teilnehmern, ihren Erfolg bestimmbar zu machen!

Josef Redl

Impressum